Schawe, Osnabrück
Dom St. Peter zu Osnabrück
Gymnasium Carolinum zu Osnabrück

 

Historische Informationen zu Osnabrück bis 1800

Erste Spuren deuten daraufhin, dass eine erste menschliche Besiedlung bei Osnabrück im Raum Hasbergen in der Zeit um 8000 v. Chr. stattgefunden hat. Dort finden sich auch Anzeichen einer weiteren, relativ intensiven Besiedlung für den Zeitraum 3000 bis 2000 v. Chr..

Die Spuren für einen ersten Eisenabbau in Osnabrück sind am Osnabrücker Piesberg für die Zeit 750 v. Chr. bis 350 n. Chr. gefunden worden.

Funde in Kalkriesen bei Osnabrück, aus der Zeit um 9 n. Chr., deuten darauf hin, dass hier die Varusschlacht stattgefunden hat. In dieser dreitägigen Schlacht vernichteten die Germanen mit ihrem Anführer Arminius die Truppen des römischen Feldherrn Quinctilius Varus. Beschrieben wird diese Vernichtung eines ganzen römischen Heeres vom römischen Geschichtsschreiber Tacitus (55 bis 115 n. Chr.). Durch diese Funde wurde die Frage nach der zustehenden Siegesehre zwischen den germanischen Stammesbrüdern Hermann oder Arminius ausgelöst. Hermann der Cherusker wird mit dem Hermanns-Denkmal im 80 Kilometer entfernten Detmold für diese Tat geehrt.

Im Jahr 780 n. Chr. gründet Karl der Große (748 bis 814 n. Chr.) die Stadt Osnabrück an der Furt des Flusses Hase. Im Jahre 804 gründete ebenfalls Karl der Große das Gymnasium Carolinum zu Osnabrück, welches seitdem durchgehend unterrichtet.

Der Missionsbezirk Osnabrück wird um 800 n. Chr. (dem Jahr der Krönung zum Kaiser) von Kaiser Karl dem Großen zum Bistum erhoben. Der friesische Missionar Wiho wird erster Bischof von Osnabrück. Mit ihm beginnt die praktische Missionsarbeit im Osnabrücker Raum. Osnabrück wird so zum zweitältesten Bistums im sächsischen Siedlungsgebiet nach Paderborn. Im Jahr 804 n. Chr., dem Gründungsjahr einer Domschule für Griechisch und Latein (diese Schule ist der Vorgänger des späteren Gymnasium Carolinum), stirbt Wiho.

In der Zeit von 880 bis 884 n. Chr. wird die Osnabrücker Domburg durch Überfälle der Normannen zerstört.

Die erste urkundliche Bezeichnung des Osnabrücker Dombezirkes (wozu Kirche, Bischofshof (Domstift) und Schule gehören) findet man in der "Monasterium Osnabrugga" aus dem Jahr 851 n. Chr..

Die befestigte Domsiedlung wird wiederaufgebaut und Osnabrück erhält 889 n. Chr. das erste Markt-, Münz- und Zollprivileg. Die Urkunde stammt angeblich von Kaiser Arnulf von Kärnten. Sie verleiht dem Orte den Charakter eines Marktfleckens.

Der Baubeginn des heutigen Osnabrücker Doms geht wohl auf das Jahr 900 n. Chr. mit seiner Wiederherstellung zurück. Um 1080 n. Chr. errichtete Bischof Benno II. (1068 bis 1088 n. Chr.) den dritten Dombau. Er legte auch den Grundstein zum Bau des Klosters und der späteren Bischofsresidenz in Iburg. Nach einem Brand im Jahr 1100 n. Chr. wird der Osnabrücker Dom im Jahr 1106 n. Chr. durch Bischof Johannes I. eingeweiht.

Im Jahr 1147 n. Chr. wird Osnabrück, in einer bischöflichen Urkunde zur Regulierung der Pfarrgrenzen zwischen Dom und St. Johann, erstmals als "civitas" (Stadt) bezeichnet.

1157 n. Chr. besucht Kaiser Friedrich Barbarossa auf einer Reise von Neuß nach Goslar die Stadt Osnabrück. Dies ist auch der einzige Besuch des Kaisers der Stadt Osnabrück. Dennoch erhält Osnabrück aus diesem Besuch, im Jahr 1171 n. Chr., einen eigenen Gerichtsbezirk und gewinnt den Charakter einer Stadt im Rechtssinn. Mit der Urkunde "Ius de non evocando" beginnen zögerlich die Selbstverwaltung der Stadtgemeinde und bürgerliche Freiheit, denn kein Osnabrücker durfte danach vor ein auswärtiges Gericht geladen werden. Es galt das Osnabrücker Recht und die Gerechtigkeit des Kaisers.

Die Stadt Osnabrück verwendet ein eigenes Osnabrücker Siegel mit dem heutigen Osnabrücker Wappen erstmalig im Jahr 1217 n. Chr.. Es zeigte ein achtspeichiges Rad.

Bischof Engelbert von Isenburg erhielt 1225 n. Chr., durch eine kaiserliche Urkunde, die Verfügungsgewalt über die sieben Gerichte des Osnabrücker Landes. Diese, auf den 3. September 1225 n. Chr. datierte, Urkunde wird als Stiftungsurkunde des Hochstiftes Osnabrück bezeichnet. Im selben Jahr jedoch verkaufte Bischof Engelbert von Isenburg die Hälfte dieses Burggerichtes zu Osnabrück zu einem Preis von 150 Mark Silber an die Stadt Osnabrück. Dieser Verkauf ist ein erster wichtiger Schritt zur rechtlichen Loslösung der Stadt vom Bischof.

Die drei Bischofsstädte Minden, Münster und Osnabrück schlossen 1246 n. Chr. den Ladberger Vertrag als ein Bündnis zum Schutze ihres Handels. Dieser Vertrag wird eine der Grundlagen für den späteren westfälischen Städtebund mit dem man sich im 14. Jahrhundert der Hanse anschloss. Osnabrück wird hierdurch später führendes Mitglied und Prinzipalstadt.

Ein großer Brand im Jahr 1254 n. Chr. beschädigt auch den Osnabrücker Dom.

Am 5. Februar 1275 n. Chr. wird in Osnabrück erstmals ein Bürgermeister gewählt. Die damalige Bezeichnung lautete jedoch Schöffenmeister (rector consulum) und änderte sich erst später, erstmalig im Jahr 1318 n. Chr., in die Bezeichnung Bürgermeister ("magister civium"). Der Schöffenmeister war jährlich neu zu wählen und stand dem Schöffenkolleg vor, welches im Osnabrücker Rathaus am Markt tagt. Mit diesem ersten, frei gewählten Oberhaupt beginnt die Selbstverwaltung der Stadt Osnabrück.

Bei einem gemeinsamen Feldzug des Bischof Ludwig von Ravensberg und den Osnabrücker Bürgern im Jahr 1302 n. Chr. wird der Graf Simon von der Lippe gefangen genommen. Da dieser die Stadt Osnabrück "befehdet" hatte, wird er 1305 n. Chr. für 6 Jahre in den Osnabrücker Bucksturm gesperrt. Der Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert diente zu der Zeit als städtisches Gefängnis. Während der Hexenverfolgung im 16. und 17. Jahrhundert diente der Bucksturm zusätzlich als Folterkammer. Die Bezeichnung Bucksturm oder aber auch Bocksturm könnte zwei Gründe haben. Zum Einen könnte sich der Name "Bucksturm" von den, an den Turm angrenzenden, Bauernfamilien ableiten. Zum Anderen, was als eher unwahrscheinlich anzusehen ist, könnte sich der Name "Bocksturm" von einem Stein mit einem Bockskopf herleiten, der früher an der Stadtseite des 1805 n. Chr. abgenommenen Stockwerkes angebracht war.

Die ehemals selbstständige Altstadt Osnabrücks und Neustadt Osnabrücks, die sich 1306 n. Chr. mit einer gemeinsamen Festungsanlage zu einer Gesamtstadt zusammenschlossen, geben sich 1348 n. Chr. eine gemeinsame Satzung: die Sate. Mit der so gestärkten Einheitlichkeit wird die Hansestadt Osnabrück sowohl politisch, militärisch als auch wirtschaftlich ein gewichtigerer Faktor.

Die Pest, die ganz Deutschland heimsucht, wütet 1350 n. Chr. auch in Osnabrück. Unzählige Menschen starben am "Schwarzen Tod". Seit dieser Zeit wurde in es in Osnabrück verboten die Häuser mit Stroh einzudecken. Dies hängt vermutlich mit der erhöhten Brandgefahr durch die notwendigen Leichenverbrennungen zusammen.

Als ein Feuer im Jahr 1394 n. Chr. große Teile der Osnabrücker Altstadt zerstört, kommt es zur ersten Hexenverfolgung in Osnabrück und zur Verbrennung von 103 angeblichen Hexen.

Durch ein vom Bischof im Jahr 1404 n. Chr. an die Stadt Osnabrück eingeräumtes Vorrecht muss die im Stift gewebte Leinwand an den Rat der Stadt geliefert werden. Dieser stellt deshalb einen Leggemeister ein und die Osnabrücker Legge entsteht. Damit verbunden erhält die Stadt Osnabrück das Privileg die Qualität des in Osnabrück hergestellten Leinens mit dem Siegel der Stadt Osnabrück zu bestätigen. Die Stadt Osnabrück wird von jetzt ab, für fast ein halbes Jahrtausend, der Haupthandelsplatz für Hausleinwand in Nordwestdeutschland.

Durch Zahlung einer Pfandsumme gelangte die Stadt Osnabrück im Jahr 1409 n. Chr. in den Besitz der zweiten Hälfte des Osnabrücker Burggerichtes. Da der Bischof aber sein Recht nicht wieder einlösen wollte, oder konnte, wird die Stadt Osnabrück eine selbstständige Stadt.

In den Jahren von 1415 bis 1422 n. Chr. wird die Stadt Osnabrück von Kaiser Sigismund eingeladen, als freie Stadt an den Reichstagen teilzunehmen.

Da die Wahl, eines der Stadt Osnabrück unangenehmen Bischofs durch das Domkapitel im Jahr 1424 n. Chr. darin gipfelte, dass die Osnabrücker Bürger diesen nach der Bekanntgabe des Domkapitels, dieses kurzerhand im Osnabrücker Dom eingeschlossen, wird die Stadt Osnabrück mit dem Interdikt, dem kirchlicher Bannspruch, belegt.

Die Osnabrücker Handwerkerschaft organisiert sich 1430 n. Chr. mit der sogenannten Rampendalsgesellschaft um gegen die Vorherrschaft der Kaufleute im Rat der Stadt Osnabrück zu rebellieren. Nach ursprünglichen Zugeständnissen werden die Anführer des Aufstandes jedoch hingerichtet und die alte Gewichtung im Rat wird wiederhergestellt.

Aus einer dreißig jährigen Fehde der Stadt Osnabrück mit dem Grafen von Hoya wird der Graf Johann von Hoya im Jahr 1441 n. Chr. von den Osnabrücker Bürgern gefangengenommen. Zur Strafe wird dieser auf die Dauer von sechs Jahren in einem Eichenkasten, den sogenannten Johanneskasten gesperrt. Als 1447 n. Chr. die Reichsacht über Osnabrück verhängt wurde, wird Graf Johann von Hoya aus seiner Haft entlassen.

1450 n. Chr. wird die Stadt Osnabrück "verhanst". Dieses bedeutete einen zehn jährigen Ausschluss aus der Hanse, denn die Stadt Osnabrück konnte, wegen der Fehde mit dem Grafen von Hoya, mit keiner Delegation den Lübecker Hansetag besuchen.

Doch schon 1452 n. Chr. gelingt es Ertwin Ertmann, als Vertreter der Stadt Osnabrück, beim Hansevorort Köln diese Verhansung von Osnabrück zu beenden. Auch gelingt es diesem Ertwin Ertmann, im Jahr 1470 n. Chr., durch die Zahlung einer kleinen Geldsumme an einen kaiserlichen Abgesandten, Osnabrück von der Reichsacht zu befreien. Unter Ertwin Ertmann, als Osnabrücker Bürgermeister und Bischöflicher Rat, beginnt im Jahr 1487 n. Chr. der Neubau des Osnabrücker Rathauses, welches im Jahr 1512 n. Chr. fertiggestellt wird.

Im Jahr 1488 n. Chr. erneuert der Schneidermeister Johann Lenethun die Forderungen der Rampendahlsgesellschaft und erweitert sie um Forderung nach Aufhebung von Privilegien des Rates und der Geistlichkeit. Mit diesem Aufstand kommt es zu Plünderungen in der Stadt Osnabrück. Als am 25.5.1490 Johann Lenethun von Osnabrücker Stadtsoldaten ergriffen wird, endet der Aufstand noch am selben Tage mit der Hinrichtung des Schneiders Johann Lenethun durch Enthauptung auf dem Markt zu Osnabrück.

Unter Führung von Johann von Oberg und Johann Ertmann greifen die Osnabrücker Gilden, im Jahr 1525 n. Chr., die Forderungen des Lenethun-Aufstandes aus dem Jahr 1488 n. Chr. wieder auf. Der Rat der Stadt Osnabrück erweißt sich als unfähig den Aufstand zu beenden und Bischof Erich II. bereitet eine Belagerung der Stadt Osnabrück vor. Doch schon vor Beginn der Belagerung fliehen die Aufständischen aus der Stadt. Zur Strafe muss die Stadt Osnabrück eine hohe Geldbuße an den Bischof zahlen. Um aber gegen folgende Belagerungen gewappnet zu sein, baut die Stadt Osnabrück die Befestigungsanlagen weiter aus.

Ein furchtbarer Brand in der Stadt Osnabrück verwüstet 1530 n. Chr. weite Teile der Stadt. Die daraus folgenden Seuchen, wie auch eine zusätzliche Sturmkatastrophe mit der daraus resultierenden Missernte und Hungersnot, fordern im selben Jahr zahlreiche Opfer.

Der Lübecker Superintendent Hermann Bonnus verfasst, 1543 n. Chr., in Osnabrück eine erste evangelisch lutherische Kirchenordnung. Der Rat der Stadt Osnabrück eröffnete in diesem Zuge im säkularisierten Barfüßerkloster, das Ratsgymnasium als eine eigene, lutherisch geprägte Lateinschule und verändert durch die reformatorische Lehre kirchliche und gesellschaftliche Bereiche. Schon im Jahr 1521 n. Chr. hatte der Augustinermönch Hecker (Lehrmeister Luthers in Erfurt) erstmals, im Kloster am Neumarkt, die evangelische Lehre gepredigt, konnte sich aber zu diesem Zeitpunkt nicht noch nicht in der Stadt und beim Rat durchsetzen. Auch ein Schreiben von Kaiser Karl V., aus dem Jahr 1526 n. Chr., gerichtet an das Domkapitel, die Ritterschaft, die Geistlichkeit und die Stadt Osnabrück, in dem er diese auffordert dem "alten Glauben" treu zu bleiben und seine Reformen abzuwarten, sollte die Reformation in Osnabrück noch aufhalten. Die radikale reformatorische Wiedertäuferbewegung aus dem Jahr 1534 n. Chr. jedoch, schadete der Reformation in Osnabrück. Das in Münster errichtet Wiedertäuferreich des Predigers Rothmann, des Kaufmann Knipperdolling, des Johann von Leyden und Jahn Mathys ihr Wiedertäuferreich (eine radikale reformatorische Bewegung um Thomas Münzer) sendete Boten nach Osnabrück um auch dort die Bewegung zu verbreiten. Diese werden jedoch verhaftet und in Iburg hingerichtet.

Im Jahr 1544 n. Chr. tritt die Stadt Osnabrück dem Schmalkaldischen Bund, ein Bündnis evangelischer Reichsstände, das am 27.2.1531 in Schmalkalden geschlossen wurde, als ordentliches Mitglied bei. Ein im Jahr 1548 n. Chr. erlassenes Dekret des Kaisers Karl V. schränkt die Reformation stark ein. Als Folge dessen wird in Osnabrück das Ratsgymnasium vorerst wieder geschlossen.
Im Passauer Vertrag von 1552 n. Chr. werden die Einschränkungen des Augsburger Dekretes jedoch wieder aufgehoben und in den Osnabrücker Kirchen St. Marien und St. Katharinen wird die Reformation wiederhergestellt. Als erster Stadtsuperintendenten wird der Prediger Pollius von St. Katharinen vom Rat der Stadt Osnabrück ernannt.

Die Stadt Osnabrück erwirbt 1568 n. Chr., in einem Vertrag mit dem Domkapitel, das Recht auf alleinigen Abbau von Steinkohle auf dem Osnabrücker Piesberg.

Während eines erneuten Ausbruchs der Pest in Osnabrück im Jahr 1575 n. Chr. sterben mehr als 4000 Menschen. Es folgen eine Pockenepidemie und 1579 n. Chr. eine Missernte mit Hungersnot. Auch sollte es nicht der letzte Ausbruch dieser Seuche sein. In den Jahren 1597 n. Chr. und 1599 n. Chr. wird die Stadt Osnabrück erneut von der Pest heimgesucht.


Als Folge von Seuche und Not kommt es 1582 n. Chr. in Osnabrück erneut zur Hexenverfolgung. In seltenen Ausnahmefällen wurden sogar Männer als sogenannte Hexer verfolgt und verurteilt. Während dieser Hexenverfolgung werden in Osnabrück innerhalb von zehn Jahren 163 Frauen als angebliche Hexen ermordet. Die verbreitetste Hinrichtungsart hierbei war die Verbrennung. Eine Hinrichtung durch Enthauptung galt als besonderer Gnadenakt und musste durch Verwandte des Opfer teuer erkauft werden. Besonders stark ausgeprägt war die Hexenverfolgung in der Endphase der Regierungszeit des Osnabrücker Bürgermeisters Hammacher, so werden im Jahr 1583 n. Chr. 121 Frauen innerhalb von drei Monaten als Hexen verbrannt.

Im Jahr 1613 n. Chr. zerstört ein großer Brand etwa 180 Häuser der Osnabrücker Altstadt, auch das Rathaus und die Marienkirche von Osnabrück werden beschädigt.

Im Mai des Jahres 1618 n. Chr. bricht, mit dem Prager Fenstersturz, der Dreißigjährige Krieg, als Religionskrieg und klassischer Staatenkonflikt in Europa, aus. Die Stadt Osnabrück wappnet sich mit der Bildung einer Bürgerwehr, der Freifahne, Wehrfähigen und der Anwerbung von Söldnern um sich gegen die aufziehende Bedrohung selber verteidigen zu können. Im selben Jahr akzeptiert Kaiser Ferdinand II. die Neutralitätserklärung der Stadt Osnabrück. Im Jahr 1623 n.Chr. wird die Stadt Osnabrück erstmals von der katholischen Liga belagert. Durch die Zahlung von 39.000 Talern an den Feldherrn der Liga, Johann Tserclaes Tilly, verhindert die Stadt Osnabrück jedoch eine Einquartierungen der Truppen innerhalb der Stadtmauern während des Winters. Trotz der so gewahrten Neutralität wird das Umland von Osnabrück vollständig ausgeplündert. Im Jahr 1625 n. Chr. steht erstmals, mit einem dänischen Heer, die Protestantische Union vor der Stadt Osnabrück und erneut kann sich die Stadt, durch Zahlung einer großen Geldsumme, ihre Neutralität bewahren.
In einer Schlacht bei Lutter am Barenberge im Jahr 1626 n. Chr. werden die dänischen Truppen der Protestantischen Union von der Katholischen Liga geschlagen und ziehen nach Fürstenau zurück. Da angeblich der Rat der Stadt Osnabrück Verhandlungen mit den Dänen über den verbleib der Truppen in Fürstenau führt, hebt Kaiser Ferdinand II. im Jahr 1627 n. Chr. seinen Schutzbrief von 1618 n. Chr. wieder auf und die Neutralität der Stadt Osnabrück erlischt.

Durch die verlorene Neutralität ziehen, 1628 n. Chr., die Truppen der katholischen Liga in die Stadt Osnabrück ein. Mit der nun einsetzenden gegenreformatorischen Bewegung werden evangelische Prediger und Lehrer aus der Stadt gewiesen und ein katholischer Rat eingesetzt, sowie das Jesuitenkolleg ausgebaut. Im Südosten der Stadt Osnabrück wird, mit der Petersburg, eine externe Festung gebaut. Den Beteuerungen an die Bürgern der Stadt, diese Festung diene nur dem Schutz, schenkten man nie glauben, denn die Wehranlage war vollständig abgeschlossen und nicht mit den bestehenden Wehranlagen verknüpft. Sie konnte so ebenso leicht zur Bedrohung der Stadt dienen. Aus diesem Grund zerstören die Bürger Osnabrücks die gehasst und gefürchtete Petersburg noch im Jahr des Westfälischen Friedens.

Am 25.10.1632 n. Chr. wird die Osnabrücker Karls-Universität "Academia Carolina", im Gebäude des ehemaligen Augustinerklosters am Neumarkt, feierlich eröffnet. Die Lehrkräfte der Universität sind die Jesuiten der Stadt Osnabrück.
Den Antrag zur Gründung der Osnabrücker Karls-Universität stellte Franz Wilhelm von Wartenberg im Jahr 1626 n. Chr.. Dieser wird von Papst Urban VIII. 1629 n. Chr. bestätigt und mit der Stiftungsurkunde von Kaiser Ferdinand II., vom 20.02.1630 n. Chr., bestellt.

Nach einer kurzen Belagerung im Jahr 1633 n. Chr., ergibt sich die Stadt Osnabrück den schwedischen Truppen von Herzog Georg von Braunschweig und Dodo von Knyphausen. Die katholische Besatzung, die sich in die Petersburg zurück zog wird ausgehungert und wieder beginnt ein Umschwung in der Stadt Osnabrück. Die evangelischen Kirchen werden wiedereröffnet, der ursprüngliche Rat und das Ratsgymnasium nehmen ihre Arbeit wieder auf und der Gregorianische Kalender wird wieder abgeschafft. Die gerade erst geöffnete Universität wird wieder geschlossen. Unter der Herrschaft des Grafen Gustav Gustavson muss, bis 1643 n. Chr., die Stadt eine 600 Mann starke Besatzung unterhalten. Auch kommt es in den Jahren von 1636 bis 1639 n. Chr. ein letztes Mal zu Hexenverfolgungen in Osnabrück. 55 Opfer werden als Hexen angeklagt und hingerichtet. In den meisten Fällen wurden sie öffentlich enthauptet und ihre Leichen verbrannt. Nur diejenigen aus reichen Familien konnten, nach entsprechender Bezahlung durch ihre Verwandten die "Gnade der heimlichen Enthauptung" erfahren und anschließend ein Begräbnis in "ungeweihter Erde" erhalten. Osnabrück ist in dieser Zeit eine Hochburg der Hexenverfolgung.

Für die Verhandlungen zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges werden, 1641 n. Chr., Münster und Osnabrück zu neutralen Orten erklärt. Da ab jetzt hier die Friedensverhandlungen durchgeführt werden sollen, müssen alle fremden Truppen die beiden Städte verlassen. Nachdem die schwedischen Truppen die Stadt Osnabrück im Jahr 1643 n. Chr. geräumt haben, beginnen Gesandte aus fast allen europäischen Ländern im Friedenssaal des Rathauses von Osnabrück mit den Verhandlungen. Am 6.8.1648 n. Chr. wird dort der protestantische Teilfriede von Osnabrück, zwischen dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und dem Schwedischen Königreich, geschlossen. Es folgt am 5.9.1648 und 6.9.1648 n. Chr. der Teilfriede von Münster, als Frieden zwischen dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und Frankreich. Mit dem Abschluß des sogenannten Gesamtfriedens am 24.10.1648 n. Chr. in Münster, wird den Niederlanden und der Schweiz die Unabhängigkeit zugesichert. Dies sind die entscheidenden Verträge des Westfälischen Friedens. Am 25.10.1648 n. Chr. wird der "Westfälische Friede" von der Treppe des Osnabrücker Rathauses verkündet und somit auch das Ende des Dreißigjährigen Krieges.

Im Jahr 1648 n. Chr. führt die Thurn- und Taxische Post ihre Poststrecke von Hamburg nach Köln durch Osnabrück.

Der Nürnberger Exekutionsausschuß des Reichstags in Nürnberg bestimmt 1650 n. Chr., mit der "Immerwährenden Kapitulation", die Verhältnisse des Fürstbistums Osnabrück. Das Bistum wird dadurch abwechselnd von einem gewählten katholischen und einem evangelischen Bischof aus dem Hause Braunschweig-Lüneburg regiert. Durch diese Entscheidung soll das Recht auf freie Religionsausübung gesichert werden. Der katholische Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg kehrt als alter und erster, neuer Landesherr nach Osnabrück zurück. Das Legge Recht der Stadt Osnabrück wird bestätigt und der Gregorianische Kalender werden endgültig eingeführt.

Im Jahr 1652 n. Chr. nimmt das Gymnasium Carolinum, mit den nach Osnabrück zurückkehrenden Jesuiten, wieder auf. Nach der Auflösung des Jesuitenkollegs in Osnabück im Jahr 1773 n. Chr. durch Papst Clemens XIV., wird die Leitung des Carolinums dem Franziskanerorden übergeben.

Nach dem Tode von Franz Wilhelm im Jahr 1661 n. Chr., wird Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg, entsprechend den Vereinbarungen des Westfälischen Friedens, der erste weltliche Bischof des Fürstbistums, und regiert bis 1698 n. Chr.. Durch die von ihm in die Stadt Osnabrück gelegten eigenen Truppen, wird ihm die Bewachung der äußeren Stadttore überlassen. Zusätzlich fordert er zahlreiche "freiwillige" Geschenke von den Bürgern, welche die Stadtkasse Osnabrücks weiter verschulden.

Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg veranlasst den Bau des Osnabrücker Schloßes, da er seinen Hof von Iburg nach Osnabrück verlegen will. Dieser verkleinerter Nachbau des Palais de Luxembourg in Paris beginnt im Jahr 1667 n. Chr.. Schon im Jahr 1672 n. Chr. bezieht er mit seiner Frau Sophie von der Pfalz das Hauptgebäude. Im Jahr 1680 n. Chr sind das Hauptgebäude und die beiden Seitenflügel fertiggestellt und vollstänndig bewohnbar. Noch im selben Jahr verlegt Ernst August I. jedoch seine Residenz nach Hannover, wo er zum Herzog und im Jahr 1692 n. Chr. zum Kurfürsten ernannt wird. Das Osnabrücker Schloß bleibt zwar im Privateigentum des Hauses Braunschweig-Lüneburg, steht fast ständig leer. Das Fürstbistum Osnabrück wird in dieser Zeit durch einen "Geheimen Rat in Osnabrück" von Hannover aus verwaltet.

Im Jahr 1682 n. Chr. wird die Stadt Osnabrück an das hannoverische Postnetz angeschlossen.

Der Bau der ersten künstlichen Straße im Fürstbistum Osnabrück wird mit der Verbindung von Osnabrück (über Oesede) nach Iburg, von Bischof Karl Josef im Jahr 1714 n. Chr. veranlasst.

Justus Möser, welcher als Begründer der modernen Geschichtsschreibung gilt, wird am 14.12.1720 n. Chr. in Osnabrück geboren. Nach dem Studium, der Rechte und schönen Wissenschaftenn in Jena und Göttingen, wird er 1743 n. Chr. zum Sekretär der Landstände in Osnabrück. Seine politische Kariere bringt ihn vom Sachwalter zum Advocatus patriae und Sekretär der Ritterschaft, bis schließlich, im Jahr 1768 n. Chr. zum Geheimen Referendar. So das er ab 1763 n. Chr. die Regentschaft für den zunächst minderjährigen und sich später dauerhaft im Ausland aufhaltenden Fürstbischof von Osnabrück, Friedrich Herzog von York, führt. 1765 n. Chr. schreibt Justus Möser mit der "Osnabrücker Geschichte", die erste deutsche Sozial- und Verfassungsgeschichte. Bedeutend sind aber auch seine "Patriotischen Phantasien". Diese werden, 1766 n. Chr., in der ersten Osnabrücker Wochenzeitung veröffentlicht. Für diese 1756 n. Chr. gegründeten "Wöchentlichen Patriotischen Intelligenzblättern", übernimmt Justus Möser die Leitung. Seine Tochter Jenny von Voigts sammelt diese Aufsätze und gibt sie ab 1774 n. Chr. unter dem Namen "Patriotische Schriften" heraus. Am 8.1.1794 n. Chr. sirbt Justus Möser in seiner Heimatstadt Osnabrück.

Georg I. Ludwig, König von England und Kurfürst von Hannover stirbt am 11.6.1727 n. Chr., bei einer Reise von England nach Hannover im Osnabrücker Schloß.

Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges im Jahr 1771 n. Chr., hat Osnabrück nur noch 5.923 Einwohner. Auch die finanzielle Lage der Stadt Osnabrück hatte sich durch den Siebenjährigen Krieg verschlechtert, denn die Befestigungsanlagen der Stadt Osnabrück, während der Regierungszeit durch das Haus Hannover noch vorbildlich, waren vernachlässigt worden und selbst kleinere, plüdernde Streifkorps konnten die Stadt besetzten, Zwangsrekrutierungen und die Erpressung und großer Geld- und Sachwerte waren die Folgen.

Osnabrück bekommt sein erstes Theater im Jahr 1780 n. Chr.. Es wird in einem umgebauten Stall errichtet.

Am 4.2.1798 wird Johann Carl Bertram Stüve, als Sohn von Heinrich David Stüve, in Osnabrück geboren. Nach juristischen und historischen Studien in Berlin und Göttingen, lässt er sich als Advokat in Osnabrück nieder. Er wird Oberbürgermeister von Osnabrück in der Zeit von 1833 bis 1848 n. Chr. und noch einmal von 1852 bis 1864 n. Chr.. Nach seinem Ausscheiden aus dem Hannoverschen Landtag im Jahr 1857 n. Chr. wittmete er sich der Geschichte der Stadt Osnabrück mit dem Werk der "Geschichte des Hochstifts Osnabrücks". Johann Carl Bertram Stüve stribt 16.2.1872 n. Chr..


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